BEZAHLT WIRD NICHT !


 

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Eine Satire von Dario Fo

Premiere am 10. November 2015 um 19:30
Weitere Vorstellungen: 19. + 20. November und 4. + 5. Dezember 2015, jeweils 19:30
Kartenpreise: Euro 27,-/24,-/21,-/18,-
Karten-Hotline: 01/501 65-3306
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Pressefotos (Credit: Alexandra Reisinger): Quer-1, Quer-2, Quer-3, Hoch-1

Dario Fo ist italienischer Literaturnobelpreisträger, Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler, Satiriker und Schauspieler. Er ist darüber hinaus ein äußerst populärer und kritischer politischer Aktivist.

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Zum Stück:

„BEZAHLT WIRD NICHT!“ ist Satire vom Feinsten. Mit anarchistischem Witz und italienischem Temperament wird die freie Marktwirtschaft nicht nur aufs Korn genommen, sondern buchstäblich aufgespießt. Genüsslich passiert in dem Stück das, was sich jeder normale Mensch immer wieder wünscht, wenn die Preise für das Lebensnotwendige unaufhaltsam höher klettern und uns das mit ohnmächtiger Wut erfüllt: Bezahlt wird nicht!

Doch da sich jede der Figuren gegen dieses System der Ausbeutung durch eine kleine Schicht von Blutsaugern auf ihre ganz eigene Art wehrt, kommt es zu einigen Turbulenzen und sehr schrägen Situationen. Dario Fo eben!


Stückzitat:

„… Der Handel ist frei – es herrscht freie Konkurrenzwirtschaft! FREIE KONKURRENZ-WIRTSCHAFT? Gegen wen? Gegen uns? Müssen wir uns das dauernd gefallen lassen? Geld her oder Leben, ihr Räuber! Jetzt reicht´s, ab jetzt bestimmen wir die Preise selbst und lassen uns nicht ständig das Fell abziehen. Wir zahlen das, was wir letztes Jahr auch bezahlt haben. Wenn ihr Schwierigkeiten macht, nehmen wir den Kram mit und zahlen überhaupt nicht. Bezahlt wird nicht! Das ist die Quittung für das, was ihr uns in all den Jahren abgenommen habt, die wir hierher kommen und kaufen. Bezahlt wird nicht! Bezahlt wird nicht! hab ich geschrien. Und die ganzen anderen ebenfalls. Es war wie beim Sturm auf Rom…“

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Mitwirkende und Team:

Antonia: Asli Kislal, Margherita: Gioia Osthoff, Giovanni: Markus Kofler, Luigi: Sascha Tscheik, Carabiniere und viele andere Rollen: Stefano Bernardin, Specials: Eva Schuster, Regie: Hubsi Kramar, Produktionsleitung: Alexandra Reisinger, Bühne: Markus Liszt, Produktion: Theater Akzent & Hubsi Kramar und Mitgesellschafter


Zum Autor Dario Fo:

Dario Fo (* 24. März 1926 in Sangiano) ist ein italienischer Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler, Satiriker und Schauspieler. Er revitalisierte Methoden der Commedia dell’arte. 1997 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Dario Fo heiratete 1954 die 2013 verstorbene Schauspielerin und spätere politische Aktivistin Franca Rame, mit der er seit damals auch künstlerisch eng zusammenarbeitete. Fos Vater war Bahnhofsvorsteher, Amateurschauspieler und Sozialist. Die Familie musste häufig umziehen, weil er oft versetzt wurde. Das Geschichtenerzählen lernte der junge Dario von seinem Großvater mütterlicherseits, einem Fischer und Glasbläser. Im Jahre 1940 zog Dario Fo nach Mailand, um an der „Kunsthochschule Brera“ zu studieren. Der Zweite Weltkrieg kam dazwischen. Seine Familie war im antifaschistischen Widerstand aktiv, und er half seinem Vater, Flüchtlinge und Deserteure in die Schweiz zu schmuggeln.

Einer Rekrutierung durch die Truppen von Salò konnte er sich nicht entziehen, sodass er Mitglied des Battaglione Azzurro der Fallschirmjäger der Repubblica Sociale Italiana wurde. Eine Teilnahme an einer „Aktion“ dieser Brigade im Jahre 1944 im Val Cannobina westlich des Lago Maggiore konnte Fo in einem Gerichtsverfahren des Jahres 1979 nicht nachgewiesen werden. Nach Kriegsende setzte Fo sein Studium der Kunst und Architektur an der Universität Mailand fort. Er begann sich in der Bewegung der „piccoli teatri“ (kleine Bühnen) zu engagieren und präsentierte dem Publikum improvisierte Einpersonenstücke. Ab dem Jahr 1950 band er sich vertraglich an das Theaterensemble Franco Parentis und gab seinen Job als Architekt auf.

Seine spätere Frau, die aus einer Schauspielerfamilie stammende Franca Rame, traf er bei der gemeinsamen Erarbeitung der Revue „Sieben Tage“ 1951. 1954 heiratete er Franca Rame. Die beiden verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem populären Piccolo Theater in Mailand. Sie gründeten ihr eigenes Ensembles. Fo schrieb Stücke, schauspielerte, führte Regie und entwarf Kostüme und Bühnenbilder. Rame übernahm die Kassenführung und den Papierkrieg. Die Uraufführungen fanden im Piccolo Theater statt, und sie brachen dann alljährlich zu Tourneen in ganz Italien auf.

Das Stück „Erzengel spielen nicht am Flipper“ (1960) fand große nationale Beachtung. Weitere Bühnenerfolge folgten. Bereits 1961 wurden Fos Stücke in Schweden und Polen adaptiert und auf die Bühnen gebracht. Für die Fernsehshow „Canzonissima“ im RAI 1962 war Fo Autor und Regisseur. Er bildete dort das Leben gewöhnlicher Menschen ab, was beim Publikum sehr gut ankam. Nur eine Episode, in der ein Journalist von der Mafia ermordet wurde, verärgerte indes die Politiker. Fo und Rame erhielten Morddrohungen und wurden unter Polizeischutz gestellt. Die italienische Schauspielergewerkschaft setzte aus Solidarität bei ihren Mitgliedern durch, dass sie nicht an ihrer Stelle als Ersatz zur Verfügung standen. Beide wurden für fünfzehn Jahre von der RAI gesperrt.

1997 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Fo kandidierte 2006 innerhalb eines Mitte-links-Bündnisses zur Bürgermeisterwahl in Mailand. Er verlor bei den Vorwahlen, erhielt jedoch 23,4 % der Stimmen. Gegenwärtig ist er prominentes und einflussreiches Mitglied von Beppe Grillos MoVimento 5 Stelle.

Auf die Frage: Es gibt keine linke oder rechte Satire?
„Satire ist Satire und hat nichts mit Propaganda zu tun. Satire ist das schlechte Gewissen der Macht. Wer auch immer regiert, er wird automatisch zur Zielscheibe der Satire.“

Dario Fo in seinem Theaterstück „Zufälliger Tod eines Anarchisten“:
„Wenn es keine Skandale gäbe, müsste man sie erfinden, weil sie ein unentbehrliches Mittel sind, die Macht der Mächtigen zu erhalten und den Unmut der Unterdrückten fehlzuleiten. […] Worauf es ankommt, ist der Skandal! […] Damit endlich auch das italienische Volk sozialdemokratisch wird, wie die Völker Englands, Nordamerikas, Deutschlands usw. … moderne Völker! Damit unsere Mitbürger endlich stolz sagen können: »Ja, wir waten bis zum Hals in der Scheiße, aber genau deshalb tragen wir den Kopf hoch erhoben!«“

Dario Fo anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 1997 in Stockholm:
„Die Macht, und zwar jede Macht, fürchtet nichts mehr als das Lachen, das Lächeln und den Spott. Sie sind Anzeichen für kritischen Sinn, Phantasie, Intelligenz und das Gegenteil von Fanatismus. Ich bin nicht mit der Idee zum Theater gegangen, Hamlet zu spielen, sondern mit der Ansicht, ein Clown zu sein, ein Hanswurst.“


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Lacht kaputt, was euch kaputt macht! (KURIER von Heinz Wagner – 11.11.15)

Mitreißende Version von „Bezahlt wird nicht!“ von Dario Fo in der Regie von Hubsi Kramar mit einem sehr spielfreudigen Team im Wiener Theater Akzent. Asli Kişlal, Stefano Bernardin, Markus Kofler, Sascha Tscheik und Gioia Osthoff Spielfreude pur. Die da oben auf der Bühne haben ihre Hetz. Und nehmen das Publikum voll die knapp zwei Stunden mit. Das Haus tobt. Lachen aus vollem Hals. Wenngleich es hin und wieder in diesem stecken bleibt. Himmlisch mitreißend temperamentvoll spielt das Quintett die bitterböse Sozialsatire „Bezahlt wird nicht“ des italienischen Literaturnobelpreisträgers Dario Fo. Viele seiner Stücke bzw. jener, die er gemeinsam mit Franca Rame, produziert hat, sind als Volks-Komödien angelegt: Aufgreifen brennender sozialpolitischer Fragen aber nicht auf einem abgehoben pseudo-intellektuellen Niveau, sondern verortet im Alltag normaler, durchschnittlicher Menschen. Ein bisschen oder auch mehr überdreht, Situationskomik, Sprach- und Wortwitz – und herrschende Verhältnisse werden so demaskiert und in Frage gestellt.

Situationskomik, Sprach- und subversiver Wortwitz: Der Plott des vor 4o Jahren geschriebenen Stücks „Bezahlt wird nicht!“: Die Preise steigen, die Arbeitslosigkeit auch. Verzweiflung. Spontane Proteste – und sozusagen Selbsthilfe. Frauen im Supermarkt nehmen sich was sie brauchen – oder auch nicht. Und zahlen nicht. Doch ihr Ehemann Giovanni ist ein sehr korrekter. Lieber verhungern als stehlen. Also muss sie die Sachen verstecken. Ihre Freundin Margherita stopft sich Nudeln, Oliven und anderes widerwillig unter den Rock. Plötzlich „schwanger“. Doch wie das deren Mann Luigi erklären?! Obendrein taucht ein Polizist, pardon Wachtmeister, auf, um alle Wohnungen zu inspizieren… Dazu gesellen sich noch ein paar weitere Komplikationen, u.a., dass Antonia beim Zugreifen Hunde-, Katzen, und Vogelfutter erwischt hat… Neben vielen spontanen Lachern über lustige, verwickelte Situationen, Antonias Erfindung fantasievoller Ausreden am laufenden Band, Wortspiele oder die genialen Buchstabenverwechslungen des Carabiniere wie etwa „häute deine Zange“ statt „hüte deine Zunge“ kommt grundsätzlichere Kritik an der Ungerechtigkeit, am kapitalistischen System in dieser ironischen Form daher. Wie verhältnismäßig ist die Illegalität von Lebensmittel-Diebstählen im Vergleich zur legalen Ausbeutung etwa?  Zum Nachdenken anregen durch Witz und Humor. Sozusagen: Lacht kaputt, was euch kaputt macht!

Zwei neue Lieder: Das Team rund um Regisseur Hubsi Kramar, der im zweiten Teil selbst einen kleinen Auftritt hat, traf sich zu Beginn der Arbeit an diesem Stück eine Woche abseits des Trubels der Großstadt, zeigte sich mit zwei Übersetzungen von Fos Stück nicht sonderlich glücklich, baute daraus eine neue zusammen und ließ sich von Eva Schuster zwei aktuell gefärbte Lieder schreiben: „Wer zahlt die Rechnung? Wer rettet den Markt und kriagt scho mit 30 an Herzinfarkt…Was schau ma so bleed? Warum wer ma uns ned? …“ bzw. „Scheißt da nix, passiert da nix, in der Gunst des Augenblicks wird ma sehr erfinderisch und is aa ned wählerisch! Hypo Alpe Adria Heta ratatatataaaaa.“ Alle fünf spielen lustvoll, beherzt, mitreißend, richtig getimt. Eine Pointe, ein Gag jagt den nächsten. Und waren überwältigt davon, wie das Publikum mitging. Und das vom ersten Moment an, als Asli Kişlal als temperamentvolle Antonia mit vollen Händen vom Supermarkt nach Hause kommt. Mehr als überzeugend auch Stefano Bernardin in all seinen Rollen – samt dem Sidekick, dass kleine Theater eben aus Geldmangel manche mehrere Rollen spielen lassen müssen (was dem Original entnommen ist ;)).


Hubsi Kramar verlegt die Italianità in die Hasengassn (Mottingers Meinung – von Michaela Mottinger – 11.11.15)

Der Literaturnobelpreisträger hätte, lässt sich vermuten, seine Freude daran, wie jetzt in Wien seine Aufforderung zum zivilen Ungehorsam inszeniert wurde. Denkanstifter Hubsi Kramar zeigt im Akzent „Bezahlt wird nicht!“ und hat dazu Dario Fos Frauenpower-Farce in die Hasengassn verlegt, also die Adria nahe an die Hypo Alpe, mei Chianti is ned deppat, und daraus ein saftiges Stück Volkstheater samt Couplets gemacht, die Satire als schlechtes Gewissen der Macht sozusagen. Bevor man sich prächtig zu amüsieren traut, ist man ernüchtert, wie aktuell diese 41 Jahre alte Agitpropkomödie noch ist. Die Verhältnisse sie sind noch so, sie sind schon wieder so. Gegen den Diebstahl der Marktwirtschaft hilft nur Ladendiebstahl. Und so macht eine Menge wütender Frauen dem Konsum im Wortsinn den Garaus. Freie Marktwirtschaft ist ein im Grunde revanchistisches System. Für jede Quittung, die man überreicht, revanchiert sich jemand mit einer Rechnung, die er präsentiert. Die working und wegrationalisierten poor holen sich also ihren Anteil am Profit in Form von Nudeln und Dosenparadeisern, die Butter vom Brot eines Plissonnier und seines Broseta, aber, ach, käme erst das Fressen, doch es kommt die Moral in Gestalt der Ehemänner. Der ehrliche Arbeiter nimmt nicht einmal selbst erbeutete Almosen an. Ja, wir waten bis zum Hals in der Scheiße, aber genau deshalb tragen wir den Kopf hoch erhoben. Daher weg mit dem Zeug, unters Bett und unter die Kittel, plötzlich sind alle schwanger und Polizisten vor der Tür …

Worteschmied Fo heftet den ihm eigenen anarchischen Witz an seine politischen Wahrnehmungen, und Hubsi Kramar zeigt an diesem Beispiel auf seine Weise, dass der Neoliberalismus auf dem rechten Weg ist. Privatisierung kommt von privare/ berauben. Aus dem Originaltext und zwei Übersetzungen, mit kritischem Geist und spottendem Herzen, formulieren der Theatermacher und seine Truppe ihre Absage an die Marktfundamentalisten und die Internationale Solidarität der Banker. Avanti Popolo! Zum heiteren Gegenangriff. Der Hanswurst kann laut sagen, was Hamlet im Stillen denkt. Selbstverständlich ist jede Ähnlichkeit mit aktuellen Tagesereignissen gänzlich beabsichtigt. TTIP-Freihandelsabkommen und andere unsaubere Geschäfte, Nestlé und Novomatic, Asyldyskoordination und Abschiebung, Gentrifzierung und Griechenland, Steuerreform und andere Skandale, wie den Leuten die Schlag-Zeilen eben so auf den Kopf knallen, so geht’s rund in „Bezahlt wird nicht!“ reloaded. Dass das Akzent dafür der perfekte Aufführungsort ist, zeigt einer der größten Lacherfolge, als es über eine Figur hilflos erstaunt heißt: „Der ist ja linker als dein Parteivorsitzender.“ Akzent: Applaus! Angesichts schwarzer Geschäfte sieht die Gesellschaft rot. Markus Liszt hat auf die Bühne eine grindige Puppenstube gestellt. Mit Propangasflaschen. Im Zinshaus eine Küchenuhr ohne Zeiger. Darin wirkt Asli Kislal mit der ganzen Kraft ihres Amtes als Antonia. Sie zeigt wie Istanbuler Italianità geht, aber hallo. Mit Tempo und Temperament redet sie alle in Grund und Boden und sich beinah um Kopf und Kragen, in dramatischer Geste eine Silvana Mangano, nur, dass sie nicht einmal mehr bitteren Reis servieren kann. Obwohl Volkes Stimme Gottes Stimme ist, fällt sie kurz vom Glauben an ein gutes Ende ab. Aber es wird wieder. Der Opa war auch so. Ein katholischer Sozialist. Kreisky und der Papst. Die österreichische Er-Lösung. Was Kislal zeigt, ist, unterstützt von Gioia Osthoff als treuer und herziger Margherita, großes Kino; Kramar, der große Feminist, weiß, wie man Männer dumm und dämlich quatschen kann. Er setzt zwei exzellente Komödiantinnen in Szene, denen Markus Kofler und Sascha Tscheik mehr als Pantoffel- denn als -helden gegenübertreten.

Kofler, immer mit einem Bein im absurden Theater, gibt den um seine Ruhe gebrachten Nur-Ruhe-Menschen Giovanni, Antonias Angetrauten, ein Proletarier, der höflichst um klare Abgrenzung vom Begriff Prolet bittet. Eine tragische Figur, er kann einem leid tun, weshalb umso vergnüglicher ist, ihm zuzusehen, wie unlustig er das alles findet. Wie er das ihm vorgesetzte Hundefutter wie ein Gourmetkritiker bewertet – mit zwei Spritzern Zitrone vielleicht? Das hat Charms. Tscheik ist als Margheritas Mann Luigi der Praktiker in diesem herrlichen Duo, die Hand zu diesem verzweifelten Hirn. Er hat das Publikum auf seiner Seite, wenn er über seine umgekehrte Logik von Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Sein philosophiert. Weil die nehmen ja unsere Arbeit und wir geben sie ihnen. Der größte Kasperl im Theater aber ist Stefano Bernardin. Er ist Wachtmeister und Carabiniere, ist linkslinker Sicherheitssubversiver und aufrechter Ordnungshüter, ist ein Flageolet und ein Capitano Spavento, eine Granate bis zur Kopfbedeckung. Und beim Singen furchteinflößend wie einmal Stefan Weber. Neben Hubsi Kramars Cameo-Auftritt erfreut er am meisten als Leichenbestatter Dalí Dalí – da ist er auch, dieser Weber-Blick – und als Giovannis leicht verwirrter Vater. Ein gelungenes Quartett. In Stockholm 1997 sagte Dario Fo: „Die Macht, und zwar jede Macht, fürchtet nichts mehr als das Lachen.“ Optimistisch, diese Hoffnung, dass sich der Markt über mehr (heu)schreckt, als nur die Konjunkturdaten. Hubsi Kramar ist Optimist. Er kämpft einen klasse Kampf. Er will das Kapital kaputt lachen. Dem Mann kann bei dieser Arbeit im Akzent gut geholfen werden.


Standard-Kritik (von Ronald Pohl – Standard – 12.11.15)