EIN IDEALER GATTE


 

2010 11 16 bunbury, 3raum (80)

Nach „Lady Windermeres Fächer“ ein weiterer Höhepunkt aus dem Schaffen Oscar Wildes

Es ist das politischste und in Anbetracht der Weltfinanzkrise aktuellste Stück des scharfzüngigen Oscar Wilde, das er selbst als das Beste seiner glänzenden Gesellschaftskomödien bezeichnet. Korruption, Intrigen, Insiderwissen und Bestechung. Im Zentrum dieses großartigen Stückes steht die Verflechtung und das kriminelle Zusammenspiel der Hochfinanz mit der Politik – der unheilvolle Einfluss des Geldes auf die Politik. Dies alles wirbelt die Beziehungen in dieser Komödie, die ja auf der üblichen Zwangsmoral begründet sind, dementsprechend durcheinander. Oscar Wildes Abrechnung mit der Gesellschaft hat ihn ja letztendlich sein Leben gekostet. Die triumphale Uraufführung fand 1895 in London statt.

Zitate aus dem Stück:

„Heute, in unserer heuchlerischen, moralsüchtigen Zeit, da muss jeder als Ausbund von Integrität, Unbestechlichkeit und allen anderen der sieben teuflischen Tugenden posieren und was ist da Ergebnis? Sie fallen wie die Kegel – einer nach dem anderen. Kein Jahr vergeht hierzulande, ohne dass einer in der Versenkung verschwindet.“

„Ein Mann, der nicht zweimal die Woche einem großen, normalen, unmoralischen Publikum Moral predigen kann, ist als seriöser Politiker erledigt.“


Mit: Lucy McEvil, Stefano Bernardin, Elisabeth Prohaska, Hubsi Kramar, Markus Kofler, Julia Karnel, Iris Maria Stromberger, Ulli Kohout, Christian Rajchl, Sandra Korczynski, Bernd Charabara, Klaus Windbichler, Regie: Hubsi Kramar, Bühne und Kostüm: Hanna Hollmann, Licht: Ali Holy, Produktionsleitung: Alexandra Reisinger