KOPF IM RACHEN DER NATUR


 

Kopf im Rachen der Natur 1b

Uraufführung von Joachim J. Vötter

Nach der fulminanten Theatertrilogie „Walzermembrane“, „Schreber“ und „Der Weltintendant“, legt der Dramatiker Joachim J. Vötter in gewohnter sprachmächtiger wie humorvoller Manier den Daumen an den Puls der Zeit. Ein Erbgutforscher reist in die Berge, um das Familiengut zu übernehmen, nachdem sein Bruder, ein Schriftsteller, nach langen Jahren der Abgängigkeit endlich für tot erklärt wurde.

Am Ort der gemeinsamen idyllischen Kindheit angekommen, ist der Erbgutforscher genötigt, die Nacht im Dunkel seines Erbgutes zu verbringen. Er wähnt sich als gerettet, da er, der berechnende Kopf, sich verspekulierte, alles mit dem Einbruch der Börse verlor. Im kargen Schein weniger Streichhölzer begutachtet er gierig seinen Besitz und die Schriften seines Bruders, welcher sich zuletzt ausschließlich mit dem Wesen des Absurden beschäftigte, denn: „Haben wir es nicht mit dem berechnenden Menschen zu tun, haben wir es entweder mit Liebe oder dem Absurden zu tun.“

Angesichts des baldigen Ausverkaufs aller seiner materiellen wie geistigen Werte seines Erbgutes, entschläft er erlöst unter den Tönen Beethovens. Als der Tag anbricht, ist jedoch alles anders…


Mit: Andreas Patton, Lilly Prohaska, Erwin Leder, Hubsi Kramar, Bernd Charabara, Sascha Tscheik, Regie: Hubsi Kramar, Kostüme: Caterina Czepek, Produktionsleitung: Alexandra Reisinger, Technische Leitung: Markus Liszt, Mitarbeit: Eva Schuster


Das Programm als PDF Download


 

von Michaela Mottinger, 19.11.2013 – www.mottingers-meinung.at

Ist es Hommage oder Persiflage?

Verehrung. Naturgemäß. Aber der Ton des Alten Meister wird so genau getroffen, dass es für Verstörung sorgt. Doch ist hier kein Stimmenimitator am Werk. Die Ursache, eine Andeutung, ist Dramatiker Joachim J. Vötter, der mit seinem neuen Stück “Kopf im Rachen der Natur” an der Baumgrenze den Ignorant und den Wahnsinnigen zusammenführt. Korrektur. Der Schein trügt. die rosen der einöde stehen bei Vötter allein in voller Blüte. Sein Versuch über ein Selbstversuchsleben, deren zwei eigentlich, ist großartig gelungen. Eine groteske Komödie, eine schmerzhafte Satire…

 

Kurier am 24.11.2013 – www.kurier.at

Bühnenband“ zerlegt rhythmisch die Systeme

[…]Neben den sezierten Gedanken samt den Parallelen zwischen geistigen kleinsten Bausteinen und jenen der Natur hat der Autor noch mit anderen Bausteinen einen dritte Dimension errichtet, die seine Analyse von Systemen vermittelt – jene der Worte. Nicht nur zu Sätzen, Dialogen und Monologen – nein zu einem rhythmischen Stück Wortmusik – das durch höchst gelungenes Spiel des Sextetts lebendig wird gespielt wie von einer Sprach-Rockband und nie auch nur im Ansatz zu einer theoretischen Abhandlung verkommt…