MAGIC AFTERNOON


 

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Frei nach Wolfgang Bauer

Mit „Magic Afternoon“ gelang dem damals 27-jährigen Grazer Dramatiker Wolfgang Bauer der Durchbruch. Zunächst von 30 Verlagen und Bühnen abgelehnt, wurde das Stück 1968 in Hannover uraufgeführt. Ein Sensationserfolg. Kein Propagandatraktat, eine – auf den ersten Blick – hyperrealistische Milieustudie einer Bohemeszene. Zwei Paare: Charlie und Birgit, Joe und Monika. Studie ist eigentlich schon zu viel gesagt. Irgendwo in ihrem Zimmer scheint eine geheime Kamera gesteckt zu haben, und die Abschrift ist das Stück.

Reloaded – Die Jubiläumsaufführung zum 70sten Geburtstag Wolfgang Bauers

Dolores Schmidinger und Hubsi Kramar, zwei sogenannte 68er, hatten früh den Wunsch dieses Stück zu spielen, wenn sie selbst auf den 68er zugehen. Die Vergangenheit kehrt auf komisch tragische Weise in der Gegenwart wieder. Die Bedeutungen sind dramatisch verschoben oder werden erst so richtig sichtbar. Plötzlich durchweht eine Beckett´sche Dimension diese Verhaltensstörungen der Protagonisten.

„Das Wort ist eine Krücke“! Dieser Satz von Wolfgang Bauer ist ein Schlüssel zu diesen scheinbar banalen Dialogen dieses Stückes der Generation der 68er. Es besteht ein großer Widerspruch zwischen love, love, love und der latenten Gewalt zwischen den beiden Paaren. Ein Leitmotiv dieser Inszenierung ist aus dem Manifest der „Happy Art and Attitude“ von Wolfgang Bauer und Gunter Falk(1965): „Endlich wird es auch gelingen, aggressive Tendenzen, die ja gleichfalls nicht unterdrückt werden sollen, doch für den Einzelnen wie für den Anderen schädlich sind, „spielerisch abzufangen“.


Mit: Dolores SchmidingerLilly Prohaska, Hubsi Kramar, Karl Ferdinand Kratzl, Erich Joham, Alexandra Reisinger, Joachim Joe Vötter, Bühne: Gerhard Fresacher, Produktionsleitung: Alexandra Reisinger, Regie: Hubsi Kramar, eine Koproduktion von Theater SHOWinisten und Intro-Graz-Spection – Christian Marczik