ORF / Wien 20.03.2006
Hubsi Kramar eröffnet Anatomietheater
Wien bekommt ein neues Theater: Der Künstler Hubsi Kramar wird im April das 3raum-Anatomietheater im dritten Gemeindebezirk eröffnen, in den Räumen des ehemaligen Veterinärmedizinischen Instituts.
Gugging goes Ballhausplatz
Die Jury der Wiener Theaterreform hatte Kramars “Showinisten” zur mehrjährigen Förderung vorgeschlagen. Drei Räume werden künftig für “Kunst und Kommunikation” im Anatomiegebäude des ehemaligen Veterinärmedizinischen Instituts genützt, so Kramar.
Am 24. April soll das neue Theater mit der Uraufführung der Groteske “Gugging goes Ballhausplatz”, einem “gar schröcklichen Theater über den politischen Notstand”, seine Eröffnungspremiere feiern.
Soll Theatergruppen offen stehen
Kramar sieht sich selbst nicht als Intendant des Theaters, vielmehr soll das 3raum-Anatomietheater jungen Künstlern und Theatergruppen offen stehen: “Ich will nicht mehr über die Wiener Theaterreform schimpfen, ich biete eine pragmatische Lösung an”, meinte Kramar.
Zuschüsse vom Kulturamt
Das “grausam-poetische” Anatomiegebäude sei hierfür ideal: Einerseits sei die Raumproblematik ja sowieso immer da, andererseits komme der ökonomische Aspekt dazu. Das Wiener Kulturamt subventioniert demnach für vier Jahre die Kosten, die durch behördliche Auflagen entstehen.
Was sich Kramar für das 3raum-Anatomietheater wünscht, “geht weit über Theater hinaus”. Grenzen seien nicht zielführend, was sich auch bei der Staatsgroteske “Gugging goes Ballhausplatz” in Anspielung an die politischen Diskussionen rund um die geplante Elite-Universität zeigt.
Bei dem Stück gehe es “um Politik, um Spaß, um Sinnlichkeit”, so Kramar: “An das Original kommen wir aber sowieso nicht heran.”

