DER POLNISCHE ORPHEUS

A Comic Opera

Vorstellungen (ACHTUNG 27. APRIL AUSVERKAUFT!):
27. April – 8. Mai 2010 19.30 Uhr (Di – Sa)

Karten (15€/ 12€ erm.) ALLES AUSVERKAUFT

Mit: Helmut Bohatsch, Gottfried Falkenstein, Halina Graser, Roman Maria Müller, Daniel Langbein, Alex Schuster (Drums)
Konzept/Inszenierung: Thomas Desi
Musik: Frédéric Chopin /
Dramaturgie: Walter Eckermann

ZOON / Thomas Desi (Wien) widmet dieses neue Musiktheaterprojekt über eine genetische Reproduktion Frédéric Chopins dem Komponisten zum 200. Geburtstag (*1. März 1810).

Entstanden ist das Werk auf Grundlage des Comic „Romantyzm“, dem 2. Band der Reihe über die extravaganten Abenteuer mit Otto und seiner intelligenten Ratte Watson von Grzegorz Janusz (Text) und Krzysztof Gawronkiewicz (Zeichnungen).

WEISSER ENGEL erzählt eine science-fiction-artige Detektivstory, in der aus Chopins Leiche ein „neuer Meister“ kreiert wird. Doch dieser vermeintlich wiedergeborene Meister ist ein Zombie: ihm fehlt das Herz – mehr noch, es ist die Gestalt des „kunstsinnigen Polenschlächters“, des Nazi-Gouverneurs Hans Frank. Der Privatdetektiv Otto verhindert den letzten Schritt einer „Menschwerdung“, indem er das seit 1849 in der Warschauer Heilig-Kreuz-Kirche in Cognac gelagerte Herz Chopins, die polnische Nationalreliquie, vor dem Zugriff des Monsters rettet.

(Tatsächlich wird Chopins Herz in einem Glas Cognac in der Heilig-Kreuz-Kirche in Warschau aufbewahrt, so wie es der Komponist in seinem Testament gefordert hatte. Die Inschrift am Grabmal ist Matthäus VI/21 entnommen: „Ubi enim est thesaurus tuus ibi est et cor tuum“ – „Wo aber dein Schatz ist, da ist dein Herz“).

Themenhintergrund des ZOON-Projekts sind Kulturpessimismus, Wirtschaftskrise und Wissenschaftsgläubigkeit. Die Sehnsucht des Menschen nach einer besseren Welt ist nicht Zukunftsutopie, sondern Wunsch nach konservativer Rückführung und Wiederherstellung angeblich besserer Zeiten. Dass dabei monströse Geister wiederauferstehen, entgeht diesem romantischen Ideal.

Wie schon in der ZOON-Produktion „Operation Orlac“ wird auch in diesem Projekt die Interpretation von bestehender Musik (Frédéric Chopin) in ein Kompositions-Projekt überführt. Die Einarbeitung von Sing/Sprech-Stimmen in bestehende Kompositionsgewebe und die Anwendung des computergeteuerten Flügels (DC3 MARK IV von Yamaha/Bösendorfer) und von Drums erfordern die Lösung musikdramaturgischer und kompositorischer Aufgaben: Comic = Oper.

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