WARTEN AUF GODOT


 
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Becketts „Warten Auf Godot“ ist die große Liebe von Hubsi Kramar…

Dies ist bereits das 4. Mal, dass er Godot inszeniert: nach den erfolgreichen Aufführungen im Residenztheater, im ehemaligen Rondellkino und im Kabelwerk nun auch an verschiedenen Orten im Burgenland, in Kärnten, in NÖ und Wien als „3raum unterwegs“.

An einer Landstraße mit einem kahlen Baum verbringen die beiden Landstreicher Estragon und Wladimir ihre Zeit damit, „nichts zu tun“ und auf eine Person namens Godot zu warten, die sie nicht kennen, von der sie nichts Genaues wissen, nicht einmal, ob es sie überhaupt gibt. Auch als sich später vorübergehend der Landbesitzer Pozzo mit seinem Diener Lucky zu ihnen gesellt, bringt das keine Veränderung und sorgt statt für Klarheit eher für zusätzliche Verwirrung.

Am Ende jedes Aktes erscheint ein angeblich von Godot ausgesandter etwas ängstlicher Botenjunge, der verkündet, dass sich Godots Ankunft weiter verzögern, er aber ganz bestimmt kommen werde. Spätestens dann dämmern den Wartenden Zweifel an der Sinnhaftigkeit ihrer Situation…

Beckett hat mit diesem Text den Versuch unternommen die menschliche Tragödie des 20. Jahrhunderts, Faschismus und dessen Schrecken, spürbar zu machen, mit all den Tiefen der zwischenmenschlichen und seelischen Konflikte, die so ein Stoff mit sich bringt. Er hat damit das ganze Theater seiner Zeit auf den Kopf gestellt.

Damals war es der große Skandal. Heute gehört das Stück zu den großen Klassikern. Es ist eine radikale komische Tragödie – alles was Theater braucht, aber mit den reduziertesten Mitteln.

Die Natur-Arena des Kleylehof bei Nickelsdorf wurde liebevoll vom Künstler Franz J. Gyolcs geschaffen und ist ein großartiger Ort um Godot aufzuführen. Das mit großer Sorgfalt restaurierte Wirtshaus Huber in Thernberg und seine reizvolle Umgebung eignen sich bestens, um auf Godot zu warten. Im 22. Wiener Gemeindebezirk bietet die gerade entstehende Seestadt eine großartige Kullisse.


Regie: Hubsi Kramar, Produktionsleitung: Alexandra Reisinger, mit: Markus Kofler (Estragon), Hubsi Kramar (Wladimir), Oliver Vollmann (Pozzo), Hannes Lengauer (Lucky)


Samuel Barclay Beckett:

* 13. April 1906 in Dublin; † 22. Dezember 1989 in Paris galt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und wurde 1969 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sein bekanntestes Werk ist Warten auf Godot (En attendant Godot), das am 5. Januar 1953 in Paris uraufgeführt wurde. Die erste Aufführung im deutschsprachigen Raum fand am 8. September 1953 im Schlossparktheater Berlin statt.


 
PRESSE:

So wienerisch muss man Beckett spielen

09.08.2013 (Die Presse)

Das 3raum-Anatomietheater begann seine „Warten auf Godot“-Tournee in Nickelsdorf. Grillen begleiten es.

„Man kann nichts dafür.“ – „Was man auch tut.“ – „Man bleibt, wie man ist.“ – „Was man auch anstellt.“ – „Im Grunde ändert sich nichts.“ – „Da kann man nichts machen.“ Was für ein wienerischer Dialog der beiden tragikomischen Helden in „Warten auf Godot“! Wenn man ihn richtig spricht, nämlich locker, ohne Theatralik, ohne Pausen, aber mit Rhythmus, dann hat er fast etwas von einem Couplet an sich.
Hubsi Kramar und Oliver Vollmann sprechen ihn genauso. Sie spielen „Warten auf Godot“ also genauso, wie man „Warten auf Godot“ spielen muss, wenn’s nach den Wienern geht. Und warum sollte es nicht einmal nach denen gehen? …

 
STANDARD:

Becketts Hohelied aufs Warten hält im Burgenland

Sandra Schieder, 12. August 2013

Das im Vorjahr geschlossene 3raum-Anatomietheater ist nun als 3raum unterwegs auf Bundesländertour

Nickelsdorf – Was lange währt, wird endlich gut. Was für das von Hubert Kramar bereits zum vierten Mal inszenierte Theaterstück Warten auf Godot zutrifft, ist den beiden Landstreichern Wladimir (Hubert Kramar) und Estragon (Markus Kofler), die vergeblich auf eine Person namens Godot warten, nicht vergönnt. Das Werk Becketts hält die Erinnerung an die totalitären Tragödien des 20. Jahrhunderts spielend wach…